Figurationen des Utopischen

Mit Archizoom und Superstudio waren um 1970 zwei Florentiner Gruppen mit der Reflexion von Architektur, Kunst und Gesellschaft befasst, die in utopischen Entwürfen mündete. Durch extrem reduzierte Formen und funktionale Drastik haben die Utopien Il Monumento Continuo und No-Stop City ebenso provoziert, wie sie durch poetische Bilder und eine ironische Reflexion kulturgeschichtlicher Kontexte heute noch faszinieren. Dabei verstehen sich diese Projekte keineswegs als realisierbare Vorschläge für die Zukunft, sondern als kritische Theoriebeiträge.Die Architekturtheorien beider Gruppen sind als »Bilddiskurse« formuliert, ein Konzept, das Marie Theres Stauffer in den Zusammenhang der damaligen Semiologie-Debatte stellt. Mit dieser strukturellen Analyse verbindet sie die Frage nach der Bedeutung einer ironischen Rhetorik, die beiden Gruppen gemein ist, und gelangt zu neuen Einsichten in die Bezüge zu zeitgenössischer Architektur, Kunst und den Utopiedebatten der 1960er Jahre.

Gestaltung, Layout, Satz für das Buch von Marie Theres Stauffer. 
Erschienen im Deutschen Kunstverlag 2008.