KAP Magazin #7 Brüche

Bauen im ­Bestand: Der Blick ­zurück nach vorn!
Architektur- und Stadtentwicklungskultur

»Glück und Architektur« – was Alain de Botton in seinem Buch beschreibt, scheint beim Bauen im Bestand kein Widerspruch zu sein. Denn sofort wird erkennbar, das aus Brache Neues erwächst. Aus alten Häfen entstehen pulsierende Stadteile. In ehe-malige Fabrikgebäude ziehen Unternehmen und Kreative ein; Baulücken und Brachen werden zu inspirierenden Stadtbildern geschlossen. Gebäudekultur von Gestern wird Heute. 

»Deutschland ist gebaut?« Die These mag vertreten, wer nur auf's Volumen schaut. Der Modernisierungsbedarf springt uns überall in die Augen. Die Bausünden der 70er und 80er Jahre, ganze Quartiere harren auf Neu- und Umgestaltung. Die demographische Entwicklung und die Energiewende tun ihr übriges, dass »Bauen im Bestand« nicht nur zu den Top-Themen der Immobilienwirtschaft zählt, sondern auch einen sensiblen Umgang mit energetisch-ökologischen Aspekten des Bauens herausfordert. Brauchen wir nicht einen »2. Wiederaufbau«, der die hektischen und zum Teil von der Bauqualität dürftigen Häuser und Quartiere der 50er, 60er Jahre angeht und die Scheußlichkeiten der ersten Wohlstandswellen der 70er, 80er Jahre beseitigt?

Der Bestand exemplarisch bei Licht betrachtet: die alte Berliner Turnhalle aus den 50er Jahren, die in ihrer filigranen Schönheit wieder erweckt wird. Wohnhäuser, die nach der Umgestaltung ganze Stadtteile aufpolieren, die neue Lust an alten Häfen, Architekten, die ihre Standpunkte zum Bestand darlegen, Kultautor T. C. Boyle, der in einem alten Frank-Lloyd-Wright-Haus lebt oder Ausblicke auf die IBA Hamburg, die sich das Bestandsthema auf die Fahnen geschrieben hat. Das KAP Magazin #7 – Kontroversen, Standpunkte, Reportagen. Mit Architekten und Immobilienetwicklern wie Pandion AG, Beos, Ludloff + Ludloff-Architekten, Kadawittfeldarchitektur, Designer Piet Hein Eek und Zukunftsforscher Klaus Burmeister. Ein Blick in Futurum und Bestand. Mit Brüchen, die den Blick und Weg in die Zukunft öffnen, das Alte, den Bestand mit dem Neuen sinnvoll verbinden.